
Angelo – in Memoriam |
Ich war im Jahre 2006 bei einem Projekt der Caritas tätig, wo ich intellektuell und körperlich leicht beeinträchtigte Personen in deren Zuhause betreuen durfte – in Sachen Finanzen, Medizin, Körperpflege, etc. Der Freund einer meiner Klientinnen hatte bei Regen auf der Straße einen kleinen Kater aufgelesen.
Ohne das Kätzchen längere Zeit gesehen und besser kennengelernt zu haben, war es sofort mein Wunsch, diesen Kleinen zu mir zu holen. Da mich der Klient sehr schätzte – er wollte sich den Kater eigentlich unbedingt selbst behalten – gab er ihn mir nach sehr langem Bitten und eindringlichen Diskussionen schließlich dann doch mit. Denn es war, wie wenn er mit meinem Herzen Kontakt aufgenommen hätte und um jeden Preis mit mir mitwollte.
So nahm ich ihn – Angelo – mit nach Hause und schmuggelte ihn an meinem damaligen Hund vorbei ins Wohnzimmer, um ihm die Möglichkeit zu geben, in Ruhe anzukommen. Es war sofort eine tiefe Verbindung zwischen uns zu spüren, ich hatte in meiner Arbeit gottseidank sehr viel Freizeit und dadurch konnte ich viel Zeit mit ihm und für ihn investieren. Oft lag er stundenlang auf meinem Schoß oder schlief in meiner Kapuze. Wenn ich mich auf die Couch legte, lag er auf meinem Brustkorb, was wir beide sehr genossen. Seit er bei mir angekommen war, konnte ich viel besser ein- und durchschlafen als zuvor.
Angelo begleitet mich durch eine schwere Zeit mit Trennungen in allen Bereichen. Nach meinem gravierenden Spitalsaufenthalt und bedingt durch unsere Übersiedlung im Jahr 2009 brach die tödliche Katzenkrankheit FIP, die er schon lange in sich trug, ohne dass wir es wussten, akut aus. Wir haben ihm mit Hilfe von Kinesiologie noch ein knappes Jahr lang ein lebenswertes Leben schenken können, ehe er im Juni 2010 über die Regenbogenbrücke gegangen ist – in Begleitung vieler geistiger Helfer und unserer Liebe. Da ich Monate davor schon mit meiner Freundin über dieses Thema gesprochen hatte war es für mich wichtig, dass Angelo nicht durch Euthanasie sondern auf natürlichem Weg sterben sollte, selbstverständlich mit Unterstützung aller uns zur Verfügung stehenden Mittel...er durfte alle seine Sterbephasen durchleben.
Karin, Februar 2011